Die 1. Integrative Deutsche Para Meisterschaft am 28.05.2011 in Osnabrück

1. DM Para Hip Hop, Breakdance + Electric Boogie in Osnabrück

Organisiert und durchgeführt von der Patsy & Michael Hull Foundation e.V.

Alle haben gelernt, ohne Angst verschieden sein zu können und zu dürfen. Wir leben in einer emanzipierten Gesellschaft, jedoch mit dem Medium „Tanz“ haben wir eine eindeutig bessere Möglichkeit zu bieten, ohne Angst verschieden sein zu können. Bei diesem bisher ersten Turnier war das Zuhause von Integration und sozialer kultureller Inklusion im Tanz deutlich zu spüren.

Egal welche Platzierung die Turnierbeteiligten erreichten, ihre ehrliche Freude und Begeisterung, einfach nur dabei sein zu dürfen, sprang unweigerlich auf das Publikum über und rührte so stark, dass man es kaum in Worte fassen kann. Mit freudigen Emotionen und tiefem Gefühlsausdruck feierten wir zusammen, für diese besonderen Menschen ein wichtiges Ziel erreicht zu haben. Deren Spaß an der Musik, Bewegung und Freude zum Tanz hat sie motivierend vereint.

Beeindruckend, wie die Beteiligten im Turnierstress über ihre bisherigen bekannten Möglichkeiten sogar noch über ihre Leistungsgrenzen hinauswachsen konnten. Bei den Teilnehmern der Para Meisterschaft kann man absolut nicht von mangelnden Bewegungsmustern sprechen. So öffnete dieser Wettkampftag nicht nur die Herzen der Zuschauer für diese Menschen, sondern schuf ganz neue Sichtweisen, was den Respekt und die Anerkennung ihrer Leistungen angeht. Das Lampenfieber und die Anspannung werden sie als positiven Stress in Erinnerung behalten. Die Zuschauer bezahlten den ganzen Sitzplatz, obwohl sie vor Begeisterung nur auf der Kante saßen, um nichts von dem zu verpassen, was sich auf der Tanzfläche abspielte.

Wir können doch nur von der Vielfältigkeit der Menschen auf unserer Erde lernen und sie mit Respekt gemeinsam mit anderen teilen. Dem Leitsatz folgend „Es ist wertbringend, dass Menschen unterschiedlich sind“ hat sich ein Traum meiner Schwester Patsy Hull-Krogull erfüllt, jetzt erweitern wir das Ziel. Das war sicher nicht unser letztes integrative Para Turnier!

Vielen Dank auch an die gute Organisation vom TAF.

Michael Hull 1. Vorsitzender

Hilfe für Menschen mit Handicap ist nie überholt.

Hier geht´s zur Galerie des Events!
 

Die "Lübbecker Kreiszeitung" schrieb am 19.09.2009:

Ein Rausch aus Tanz und Musik

Bewegende Momente beim integrativen Musical »On the Telly«

Lübbecker Kreisblatt 19.09.2009
Ein Rausch aus Farbe, Musik und Bewegung: Das Musical »On the Telly« hat am Freitagvormittag das Schul-Publikum in der Stadthalle begeistert. Das 150-köpfige Ensemble aus Profis und Laien, Behinderten und Nicht-Behinderten, Jungen und Alten ließ den Funken überspringen.

Von Friederike Niemeyer

L ü b b e c k e (WB). Dieses Musical ist Lebensfreude pur. Mit »On the Telly« - also »Im Fernsehen« - hat das Lübbecker Publikum am Freitag ein echtes Glanzstück an Musik und Tanz, gewürzt mit viel Humor erleben dürfen. Und ob Behinderte oder Nicht-Behinderte auf der Bühne standen, das spielte schnell keine Rolle mehr.

Zu Beginn war sicherlich nicht nur der verwunderten Bürgermeisterin, eher unklar, wohin Michael Hull sie und die Zuschauer entführen würde. Der in der Rolle des kauzigen Hausmeisters Krause - mit Dackel Bodo - brillierende Mitinitiator des Musical-Projekts setzte Susanne Lindemann mitten ins Wohnzimmer
 
Das Lübbecker Kreisblatt am 19.09.2009
Oliver bricht die Herzen der stolzesten Frauen - und erhält für seine gekonnte Parodie viel Applaus.
 
Ein emotionaler Moment: Mit Hilfe von Michael Hull (rechts) hält nichts mehr im Rollstuhl.
der Addams Family. Diese komische Horrorfamilie wurde liebevoll gespielt von Menschen der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück. Bei »Giftpilzsoufflé« und »schwefelhaltigem Drachenblutsaft« ließen sie sich das Fernsehprogramm schmecken - und bildeten den Rahmen für den ersten Programmteil. Auf die Bühne kam ein Mix aus bekannten Musicals und Shows, von der Rocky Horror Picture Show bis zu Biene Maja, von Michael Jacksons "Thriller« bis zum »kleinen grünen Kaktus« der Comedian Harmonists. Mal ging es dabei wild und bunt zu, mal leise und romantisch. Choreograf und Regisseur Guido Niermann schaffte es, daraus ein stimmiges Konzept für 150 Akteure zu machen. Die Musik, die effektvolle Videoprojektion als Bühnenbild, die farbenfrohen Kostüme, vor allem aber die Freude an der gemeinsamen Bewegung nahmen die Zuschauer sofort gefangen. Schon der erste Showteil mit allen Akteuren zur Musik der Muppetshow war ein gewaltiges Feuerwerk, sozusagen ein vorweggenommenes Finale. Auch bei den folgenden Stücken waren zumeist viele Tänzer auf und vor der Bühne. Rollstuhlfahrer drehten sich mit Tänzern,
 
geistig Behinderte wirbelten an der Hand von Kindern - und die Freude daran wirkte keineswegs verordnet, sondern spontan. Ein Höhepunkt sicherlich der Moment, als nach einem Soloauftritt von Michael Hull und Patsy Hull-Krogull zu den ersten Takten des »Bolero« am Ende alle Akteure in festlichen Gewändern mittanzten. Und zur absoluten rhythmischen Steigerung am Schluss hoben Michael Hull. und ein zweiter Tänzer eine junge Frau aus ihrem Rollstuhl in die Höhe. Bewegend. Bei der ersten Aufführung am Vormittag war die Stadthalle mit 600 Schülern ausverkauft. Und am Abend gab es noch eine zweite Vorstellung. Ein umjubelter Erfolg, der finanziell dem Hospiz zugute kommen wird. Doch mindestens, ebenso gewichtig ist das Feuer, das durch solch ein Erlebnis bei den jungen und nicht mehr so jungen Teilnehmern des Tanzprojekts der Patsy & Michael Hull Foundation entzündet wird. Dieses Musical war nicht nur gelebte Integration, es war auch ein Meilenstein für das Selbstbewusstsein der Laien-Tänzer, die Teil dieser wunderbaren Choreografien sein durften.

Mehr Fotos auf www.westfalen-blatt.de

Die "Neue Westfälische" schrieb am 19./20.09.2009:

Lebensfreude getanzt

Schüler und Lehrer begeistertvom Musical"On the telly"

Neue Westfälische 19./20.09.2009
Temperamentvoll und in Lumpen: Beim musikalischen Programm erlebten die Besucher auch eine Choreographie auf den Megahit von Michael Jackson´s "Thriller".
FOTOS: HANS-GÜNTHER MEYER
 
VON HANS-GÜNTHER MEYER

• Pr. Oldendorf/Lübbecke.
Nach der erfolgreichen Premiere in Osnabrück (die NW berichtete), war das Publikum am Freitag auch in Lübbecke von "On the telly" begeistert. Beide Aufführungen des 3. integrativen Musicals der Hull Foundation in der Stadthalle waren mit jeweils rund 600 Besuchern ausverkauft.

Jubel war in der Morgenvorstellung nicht nur als Dankeschön für die 120 Darsteller und Organisatoren zu hören. Als die beteiligten Schulen auf der Bühnenleinwand vorgestellt wurden, klatschte das Publikum bei der Realschule Pr. Oldendorf" ebenfalls begeistert. Kein Wunder: Mit 450 anwesenden Realschülern und 25 Lehrern war Pr. Oldendorf im Publikum klar in der Überzahl. "Wenn man diese herausragende Veranstaltung nicht nutzt, ist man selber Schuld", meinte Norbert Frankenberg. Der Realschulleiter sagte, dass man die Initiative der Hull Foundation von Anfang positiv aufgenommen und auch schon von dem Musical 2007 begeistert gewesen sei. Ferner wurde "On the telly" von Klassen des Lübbecker Wittekind Gymnasiums und der Jahn-Realschule Lübbecke besucht.
War "Die phantastische Reise" 2007 schon ein begeisterndes Musical, so wurde es von "On the telly" noch übertroffen.


Der Vielfalt ausdrucksstarker und temperamentvoller Choreografien zu unterschiedlichen musikalischenThemen schien unbegrenzt. Das überzeugende Zusammenspiel von nicht behinderten und behinderten Darstellern und die von allen ausgehende Lebensfreude verdeutlichten, dass die Produzenten vorbildliche integrative Arbeit geleistet hatten.

Die Rahmenhandlung war ein Fernsehabend bei der Addams Familie. Die zappte durch das Programm. So gab es an den Stationen "Muppet-Show", "Biene Maja", "I can't stand the rain", "Mein grüner Kaktus", "Die Herzen der Frauen", "Bolero", "Breaking free", "Kermit", "Copacabana", "Thriller", "Too Funky", Tango Libre", "Time Warp", "Sweet Transvestite", "Toucha, toucha, toucha touch me" und "Wer hat an der Uhr gedreht".

Mehr Fotos vom Musical unter www.nw-news.de/fotos
Mehr Fotos unter www.nw-news.de/Fotos

Neue Westfälische 19./20.09.2009
Rahmenhandlung: Stella (l.) ist bei derAddams Familie zu Gast und unterhält sich mit Emelie. Darüber kann das Skelett nur lachen.

Die "Neue Westfälische" schrieb am 17.09.2009

Fabian reißt einfach alle mit

Bei dem Musical" On the' Telly" sorgen Menschen mit Behinderung für Schwung/ Premiere in Osnabrück / Freitag in Lübbecke

Zeitungsbericht 17.09.2009
Total cooler Typ: Fabian Hoffmeister (11) ist nur einer der vielen mit Einsatz und Spielfreude begeisternden Darsteller beim integrativen Musical, das morgen in der Stadthalle zu sehen sein wird. FOTOS: HEIM
 

VON ALEXANDER HEIM

• Lübbecke/Osnabrück. Was die gruselig anmutende Addams Family am Ende eines schaurig schönen Tages macht? Dasselbe wie viele andere Familien auch: sich gemütlich im Wohnzimmer zusammen setzen und gebannt verfolgen, was der Fernseher ihnen zu bieten hat. Was dann da auf der Mattscheibe("On the telly") so alles an ihnen vorüber flimmert, davon können sich

alle Besucher der gleichnamigen integrativen Musical Show der Tanzschule Hull am morgigen Freitag in der Stadthalle Lübbecke ein Bild machen. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff lobte das Engagement, das die 150 Akteure auf der Bühne und die Mitarbeiter der Tanzschule Hull ein Jahr lang an den Tag gelegt hatten. Der Schirmherr des integrativen Tanzprojektes ließ sich einen Besuch zur Premiere in der Stadthalle Osnabrück natürlich nicht nehmen. Mehr als 2.500 Besucher verfolgten bei den ersten beiden Aufführungen das Können der behinderten und nicht behinderten Tänzer. Alleine, um das Können des weltmeisterlichen Geschwisterpaares Michael Hull und Patsy Hull-Krogull einmal live zu erleben, lohnt sich der Besuch von "On the telly" schon. Für den wirklichen Schwung der bunten Musical-Show aber sorgen andere. Fabian zum Beispiel. Dass er eigentlich erst gar nicht so recht an dem Projekt mit teilnehmen wollte - man mag es kaum glauben, wenn der Elfjährige vom Anfang erzählt. "Aber dann gefiel es mir super", ergänzt der Realschüler. "Das Basketball-Stück macht mir am meisten Spaß", strahlt er. Kein Wunder - denn damit ist er ja auch mitten drin in der schillernden Welt des "HighSchoolMusicals". "In den vergangenen Monaten haben wir jedes Wochenende samstags und sonntags bis zu vier, fünf Stunden geprobt", verrät er. "Mal waren wir in Osnabrück,mal hier in Lübbecke".
"Ich wurde sofort im Team gut aufgenommen", erinnert er sich. Und jetzt, wo er mitten im Geschehen ist, kommt die Wehmut in ihm auf: "Es ist schon schade, dass es jetzt bestimmt wieder zwei Jahre dauert, bis es ein neues Stück geben wird. Ich habe eine Weile Basketball gespielt. Aber Tanzen", strahlt der junge Rollifahrer, "macht mir am meisten Spaß". Und wenn Fabian bei den einzelnen Musical-Sequenzen so richtig Gas gibt - mal mit frecher, schwarzer Sonnenbrille über die Bretter, die die Welt bedeuten flitzt oder als Flip im ausgefallenen,
 
Bericht Musical 17.09.2009
Talkrunde: Guido Niermann (Choreograph und Regisseur), MichaelHull als Hausmeister Krause und Ministerpräsident Christian Wulff.
grünen Kostüm mit Zylinder, Teil der Welt einer "Biene Maja" ist - dann werden die vier Räder um ihn herum ganz klein für den Zuschauer. Mit unglaublicher Perfektion ist er bei der Sache, lässt sich auchwon kleinen Nickeligkeiten nicht aus der Ruhe bringen. Ein kleiner Profi. Ein Perfektionist. Dass das linke Vorderrad ein wenig locker wird bei den rasanten Drehungen - dafür gibt's in der Pause ja schnelle Helfer. "Es ist fantastisch zu sehen, wie die Tänzer mit Behinderung über sich selbst hinausgewachsen sind", freut sich Patsy Hull-Krogull. "Sie haben uns mehr beigebracht als wir ihnen". Schade, dass die beiden Vorstellungen um 10 und 20 Uhr am Freitag komplett ausverkauft sind. Das schreit nach weiteren "Aufführungen. "Aber dafür", so Patsy Hull-Krogull, "müssten wir noch Sponsoren finden".

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 05.09.2009:

Eine Revue erobert alle Herzen

Musical feiert Premiere

S./ubk OSNABRÜCK. Am Ende tobte die Osnabrückhalle. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen. "Zugabe"-Rufe hatte es vorher immer wieder gegeben. Es war eine berauschende Premiere des Musicals "On the telly".

"Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun" sang Oliver, während er von drei Schönheiten umgarnt wurde. Doch nicht allein der Mann in Frack und Zylinder - alle 150 Darsteller eroberten die Herzen aller Zuschauer gestern Morgen und noch einmal am Abend in der ausverkauften Osnabrückhalle. Ob Profi, Halbprofi oder Laie mit oder ohne Behinderung - das Ensemble sorgte immer wieder für ein Gänsehautgefühl. Sicher auch bei Schirmherr Christian Wulff. Der Ministerpräsident erlebte die erste Hälfte, ehe er in der Pause zu weiteren Terminen musste. Er hat etwas verpasst. Und ein Lars aus dem Publikum wird diesen Geburtstag sicher nie vergessen, an dem ihm 1500 Menschen das Ständchen "Happy Birthday" brachten. Die Vormittagsvorstellung war für Schulen. Entsprechend laut wurde es bei den Nummern aus dem High (Hull) School Musical.

 
NOZ 05.09.2009
Er bricht die Herzen aller Frauen: Das Musical "On the telly" bot besser als die meisten Fernsehprogramme eine mitreißende Revue voller Musik und Tanz. Foto: Michael Hehmann

 
NOZ 05.09.2009
Großzügige Sponsoren: Udo Herz (links) und Harald Lech (rechts) überreichen den Spendenscheck an Patsy und Michael Hull.
Foto: Hermann Penlermann

 
 
Und der Applaus bei Michael Jacksons "Thriller" war kaum geringer als bei früheren Konzerten des King of Pop. Tosender Beifall am Ende für Patsy Hull, die mit dem Choreografen und Regisseur Guido Niermann etwas geschafft hat, wovon andere nur träumen können: Menschen unterschiedlichen Alters, unterschiedlicher Herkunft und mit sehr verschiedenen Talenten zu einem Ensemble voller Lebensfreude zu formen. Die Volksbank Osnabrück ist der zweitgrößte Sponsor für das Musical. Udo Herz vom Vorstand Osnabrück und Harald Lesch, Vorstandsvorsitzender der VR-Stiftung Volksbanken und Raiffeisenbanken in Norddeutschland aus Hannover, sind

überzeugt von dem Konzept zur Förderung sozialer Kompetenz, Gleichberechtigung und Selbstbewusstsein. Sie unterstützen das Projekt mit einer Spende über 10 000 Euro an die Patsy und Michael Hull Foundation.

Mehr Fotos vom Musical unter www.neue-oz.de


Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 29.08.2009:

Hier rockt der Rolli

Musical "On the telly": 150 Darsteller singen und tanzen durch die Musikwelt


Von Ulrike Schmidt
und Jöm Martens

OSNABROCK/LÜBBECKE.
Auch Verbeugen will gelernt sein. Die 150 Mitwirkenden des Musicals "On the telly"
proben die letzten Szenen auf der Bühne. Patsy Hull beobachtet alles von einem Stuhl aus. Plötzlich springt
sie runter, duckt sich durch die Menge und schiebt ein Mädchen mit Downsyndrom nach vorne. Sie hat alles im
Blick.

Obwohl die Probe zunächst wie ein großes buntes Chaos wirkt. Am heutigen Samstag proben die Darsteller in Patsys Tanzschule in Lübbecke. Da schwirren gleich mehrere Bienen Maja durch den Saal. Da tanzen Riff Raff und Magenta aus der Rocky Honor Show. Und da hinten, ist das nicht die Addams Family? Sie ist es tatsächlich. Die unheimliche Familie führt durch das von Guido Niermann geschriebene und choreografierte Musical "On the telly". Die Addams zappen sich durchs Fernsehprogramm und schon geht es los mit der nächsten Bühnenrevue. Das Besondere an diesem Musical: Hier tanzen und singen gemeinsam Menschen mit und ohne ßehinderung. Doch eigentlich ist es

"Für Egozentriker'
ist hier
kein Platz"

Michael Hull.
Darsteller

nach fast einjähriger Probezeit nichts Besonderes mehr für das bunt gemischte Ensemble. Die sechs Rollstuhlfahrer sind genauso selbstverständlich wie die 30 Menschen mit einer geistigen Behinderung dabei. Wenn es darum geht, noch einen säumigen Tänzer zu den Proben zu holen, ist der Rollifahrer schon gestartet, ehe jemand auf zwei Beinen losläuft. "Es war ein Prozess", sagt Jutta Schlochtermeyer, Vorsitzende des Osnabrücker Fachverbandes für Behindertensport. Da gab es anfangs ein paar Nichtbehinderte,die ihre behinderten Kollegen nicht ganz für voll nahmen. Andere waren unsicher, weil sie noch nie so eng mit Behinderten zusammengearbeitet hatten. Die Menschen mit Behinderung wiederum trauten sich zunächst gar nicht, sich auf der Bühne zu präsentieren. "Und wenn, dann haben sie sich in die hinterste Reihe verkrümelt", erzählt Schlochtermeyer. Im Verlauf der Proben seien alle - ob mit oder ohne Behinderung - über sich hinausgewachsen und haben voneinander gelernt. "Jeder ist gleich wichtig", unterstreicht Michael Hull: "Für Egozentriker ist hier kein Platz." Auch der ExTanzweltmeister hört auf das Kommando seiner Schwester Patsy. Es ist ihr Projekt, das sie mit viel Herzblut betreibt. Nach einem Krankenhausaufenthalt brachte eine Fernsehsendung über Menschen mit Behinderung die frühere

 
Nurein Schrittchen nach links und dann nach rechts: Magenta singt und tanzt mit dem Ensemble den "Time warp" aus der Rocky Horror Show.
Nurein Schrittehen nach links und dann nach rechts: Magenta singt und tanzt mit dem Ensemble den "Time warp" aus der Rocky Horror Show.
 
Ein Gefühl der Schwerelosigkeit: Jan Golimbus (links) und Michael Hull heben Maren Cramer aus dem Rollstuhl.
Ein Gefühl der Schwerelosigkeit: Jan Golimbus (links) undMichael Hull heben Maren Cramer aus dem Rollstuhl.
 

"Nur noch einmal", fordert Patsy Hull eine Wiederholung der letzten Probe. Sie behält den Überblick."Nur noch einmal", fordert Patsy Hull eine Wiederholung der
letzten Probe. Sie behält den Überblick
.
 

Tanzweltmeisterin auf die Idee, selber etwas für diesen Personenkreis zu tun. Vor zwei Jahren studierte sie mit Guido Niermann das integrative Musical "Die phantastische Reise" ein. Aueh jetzt zeichnet Guido wieder für die Choreografie verantwortlich. Eingeübt wurden Ohrwürmer wie "Biene Maja", "Copacabana", der "Time warp" aus der Rocky Horror Show und der Michael-Jackson-Hit "Thriller". Unterstützt wird Patsy von ihrem Bruder und vielen Freiwilligen aus der Tanzschule Michael und Patsy Hull, die seit fast einem Jahr jeden Samstag abwechselnd in Osnabrück und Lübbecke trainieren. Die behinderten Darsteller kommen aus Lübbecke, von der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück und von der Paul-Moor-Schule in Bersenbrück. Jüngste Teilnehmerin in dem großen Ensemble ist die vierjährige Charlotte Kreutzer,

"Gerade stehen,
Brust raus
und lächeln"
Patsy Hull.
Projektleiterin

älteste die 67-jährige Almuth Havekost. Die inzwischen pensionierte Fachlehrerin für geistig Behinderte hat die Szenen für die Addams Familiy geschrieben. In der Rolle des "Eiskalten Händchens" drückt sie die Fernbedienung. "Gerade stehen, Brust raus", gibt Patsy die Kommandos für den Walzer. Die Damen haben schon mal das schicke blaue Ballkleid anprobiert. Jetzt hängt hinten aus dem einen Kleid noch das Preisschild heraus. Bei einem anderen wird noch etwas an der Weite verändert. Im Vorraum wird eifrig genäht und gerafft.
Bei den Aufführungen am 4. September in der OsnabrückHalle und am 18. September in der Stadthalle Lübbecke muss jeder Handgriff sitzen, wenn in den kurzen Pausen die Kostüme gewechselt werden. Dann bekommen auch die 20 Helferinnen und Helfer hinter der Bühne eine Hauptrolle.

 

In null Komma nix muss aus der Biene Maja eine Ballkönigin und aus dem Basketballspieler ein eleganter Tänzer werden. "Noch einmal alle konzentrieren", ruft Guido und klatscht in die Hände: "Wir üben die Applausordnung." Von der Seite geht es paarweise auf die Bühne, eine Verbeugung und dann rückwärts zur Aufstellung. Leichter gesagt als getan. Einige rempeln aneinander und kichern. Der Choreograf muss selbst ein Grinsen unterdrücken und gleichzeitig zur Ordnung mahnen. Nach so viel Konzentration versammelt sich die Gruppe zum Schlusslied: "Wer hat an der Ubr gedreht, ist es wirklich schon so spät?" "Durchhalten", ruft Patsy: "Und lächeln, immer weiter lächeln". Aus voller Kehle singen 150 Darsteller den Ohrwurm von Paulchen Panther und rufen: "Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage." Hoffentlich! So viel Lebensfreude ist ansteckend.

 

Aufführung
am nächsten
Freitag

OSNABRÜCK. Das Musical "On the telly" wird am Freitag, 4. September, in der Osnabrückhalle aufgeführt. Die Schulvorstellung am Vormittag ist ausverkauft. Für die Abendvorstellung um 20 Uhr gibt es Karten bei der Tanzschule Hull, Hasestr. 6/7, Telefon 331500, tanz@hull.de. Die Karten kosten 15 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Jugendliche unter 18 Jahren. In der Stadthalle Lübbecke wird das Musical am 18. September um 20 Uhr aufgeführt. Der Erlös der Vorstellungen geht wie schon vor zwei Jahren an das Osnabrücker Hospiz und an das Hospiz "Veritas" in Lübbecke. Die Schirmherrschaft für das integrative Projekt hat der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff.

 

Die Patsy und Michel Hull Foundation

Der von den Geschwistern Patsy und Michael Hull gegründete Verein fördert kulturelle, sportliche und künstlerische Aktivitäten rund um den Tanz. Dabei legen die früheren Tanzweltmeister besonderen Wert auf integrative Projekte in Zusammenarbeit mit öffentlichen und gemeinnützigen Institutionen. Die Foundation unterstützt das Projekt "Bewegte Schule". Seit einigen Jahren unterrichten ausgebildete Tanzlehrer und -lehrerinnen Osnabrücker Schüler. Mit HipHop, Dance 4 Fans, Breakdance und anderen Tänzen werden Konzentration, Koordination und Kondition trainiert. Zudem ermöglicht der Verein finanziell benachteiligten Kindern und Jugendlichen die Teilnahme an Tanzkursen. Junge Menschen, die im Tanzsport schon erfolgreich waren, werden durch die Foundation weiter unterstützt. Projekte wie die Musicals "Die Phantastische Reise" und "On the telly" will die Foundation auch weiterhin umsetzen. Ziel ist dabei die Einbeziehung von Menschen mit Behinderung. Der Aufwand für solche Projekte ist groß. Ein Jahr dauern die Proben. Die Darsteller mit Behinderung sind auf Fahrdienste und zum Teil auf Begleitung angewiesen. Ohne die große Unterstützung vieler ehrenamtlicher Mitarbeiter wäre es nicht zu schaffen. Dazu kommen aber auch erhebliche Kosten. Viele Sponsoren ermöglichen der Patsy und Michael Hull Foundation die Realisierung des Musicals "On the telly". Die Aktion Mensch ist dabei der größte Sponsor.

 

Bilder von den Proben "On the telly", 29.08.2009
Zum Bolero von Maurice Ravel tanzt Erik Machens mit Ludmilla Topkov (links) und Horst Hülsmann mit Simone Ruppin.
 
Kinderprogramm im Musical-Fernsehen: Celena Pieper. Ulf Deckert und Maren Cramer besingen die Biene Maja.
 
Choreograf Guido Niermann gibt Anweisungen zum Schlusslied "Wer hat an der Uhr gedreht?". Die Truppe ist auch nach viereinhalb Stunden Proben kaum zu bremsen.

Das "Lübbecker Kreisblatt" schrieb am 26.08.2009:

Proben für den großen Auftritt

150 Menschen machen bei Musical »On the telly« der Tanzschule Hull mit


Von Lara Schlingmann

Lübbecke (WB). Gemeinsam singen, tanzen und schauspielern - und dabei voneinander lernen. Dies war die Absicht, mit der 150 Menschen vor einem Jahr mit den Proben zum integrativen Musical »On the telly« begannen. Die Probenarbeiten werden nun hektischer. Bald hat das Musical in Osnabrück und Lübbecke Premiere.

»Jeder einzelne ist an seine Grenzen gegangen und hat diese sogar überschritten«, sagte die zweite Vorsitzende der Patsy und Michael Hull Foundation, Jutta Schlochtermeyer.
Das Musical »On the telly« ist das zweite Projekt der Foundation der Tanzschule Patsy Hull, bei der Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderung und Menschen ohne Behinderung gemeinsam auf der Bühne stehen. Was sie verbindet, ist der Spaß an der Sache - und darauf kommt es an.

 
Lübbeckr Kreisblatt 26.08.2009
Die Tänzer Simon Dye (links) und Jan Schoenke (rechts) geben alles. Die Probenarbeiten bereiten den beiden Freude. Fotos: Lara Schlingmann

»Am Anfang hatten einige noch Hemmungen und wussten nicht, wie sie zum Beispiel mit den Rollstuhlfahrern umgehen sollen. Mittlerweile sind die Berührungsängste völlig weg«, sagte Jutta Schlochtermeyer. »Aus anfänglicher Befangenheit wurde zunehmende Herzlichkeit«, fasste Michael Hull die Entwicklung der Gruppe zusammen.

Allerdings gab es für die Schauspieler auch Krisen zu bewältigen. »Ein Projekt mit 150 Menschen erforderten viel Disziplin«, sagte Choreograph Guido Niermann. Doch die Projektleiter waren sich einig, dass sich die Arbeit bezahlt gemacht hat.

Geschrieben wurde das zweistündige Stück von Guido Niermann. »Es sollte keine Hauptrollen geben, alle 150 Mitwirkenden sind bei dem Stück gleichermaßen wichtig. Da kam mir die Idee, es wie eine Fernsehshow aufzuziehen und so viele Charaktere unterzubringen«, sagte er. Daher ist bei dem Stück für jeden Geschmack etwas dabei: Von Elementen aus Kinderserien wie »Die Biene Maja« bis zum »Pink Panther« gibt es auch Musik aus dem »High School Musical« und von der »Rocky Horror Picture Show«. Die arbeitsintensiven Proben lassen auf ein buntes, vielseitiges und spannendes Musical schließen.

Aufgeführt wird das Stück am 4. September in der Osnabrückhalle in Osnabrück und am 18. September in der Stadthalle Lübbecke. Eine Schülerveranstaltung gibt es an den jeweiligen Terminen um 10 Uhr, die reguläre Aufführung beginnt um 20 Uhr.

 
Artikel Lübbecker Kreisblatt 26.08.2009
Tanzen ist harte Arbeit. Guido Niermann (links) und Tina Heller (rechts) steht der Schweiß im Gesicht.


Die Erlöse der Projekte kommen unter anderem dem Osnabrücker Hospiz und dem Hospiz »Veritas« in Lübbecke zu Gute. Zahlreiche Sponsoren und freiwillige Helfer unterstützen das Projekt tatkräftig. Guido Niermann versprach ein spannendes, witziges Spektakel. »Vor allem die Freunde und Angehörigen der Laientänzer und –sänger werden begeistert sein, was ihre Lieben geschafft haben«.

Der "Kirchenbote" schrieb am 28.06.2009:

Musical auf Rädern und Füßen

Behinderte und Nichtbehinderte studieren „On the telly“ ein / Aufführungen im September


Von Stefan Buchholz

Die Proben zum neuen Musicalspektakel der Tanzweltmeister Patsy und Michael Hull laufen derzeit auf Hochtouren. Eine Besonderheit auch diesmal: Unter den 135 Mitwirkenden tanzen Menschen mit Handicap.

„Jetzt tanzen alle Puppen, macht auf der Bühne Licht, macht Musik bis der Schuppen wackelt und zusammenbricht“ – Der „Schuppen“ ist an diesem Samstagmorgen die Osnabrücker Tanzschule Hull, die allerdings so gar nicht nach Bruchbude ausschaut. An die 40 Akteure des Musicals „On the Telly“ (dt: Vor dem Fernseher) proben gerade an der Erkennungshymne aus der Muppetshow. Doch von Kermit und Konsorten ist nichts zu sehen. Dafür aber von den Mitgliedern der ebenso bekannten US-amerikanischen Fernsehfamilie der Addams, deren Serienstaffeln seit den 1960er Jahren in vielen Ländern über die Bildschirme gingen. In „On The Telly“ fröhnen die Addams ihren makabren Scherzen, sitzen immer mal wieder vor der Flimmerkiste und schauen

Artikel im Kirchenboten am 28.06.2009

Andrea Borrmann (l.): „Phänomenal, dass jeder mit Einschränkungen etwas im Musical machen kann.“

sich eine Sendung an, die Lieder aus berühmten Musicals präsentiert. Die werden, das ist der Kern von „On The Telly“, jeweils live von 135 Aktiven in einstudierten Formationen getanzt und gesungen.


„... denn mein Sternbild ist der Stier“ – Oliver Krieger
parodiert Rühmanns Klassiker „Ich brech’ die Herzen ...“. Fotos: Thomas Osterfeld

Statt Rollibasketball jetzt Tanz im Musical

Mit dabei sind 30 Menschen mit Handicap aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück sowie aus dem benachbarten Lübbecke in Westfalen. „Ich wollte da gar nicht hin, meine Mutter hat mich angemeldet“, erinnert sich Fabian Hoffmeister. Der Elfjährige aus Osnabrück hatte zuvor Rollstuhlbasketball gespielt. Doch dann war kein Geld für einen richtigen Sportrolli da, und er sollte wieder etwas mit anderen machen, sagt er.

„Mittlerweile finde ich es richtig gut hier.“ Zusammen mit fünf anderen Rollifahrern tanzt er ein eigenes Stück und ist in weitere Szenen eingebunden. Das Miteinander fiel einigen Teilnehmern ohne Behinderung zum Probenbeginn im Oktober vergangenen Jahres nicht leicht. „Ich war skeptisch, weil ich erwartet habe, dass die Behinderten anders sind. Aber sie sind es ja gar nicht“, weiß der 17-jährige Landesmeister für lateinamerikanischen Tanz, Rafael Castro, heute. Das Unbehagen wurde gleich thematisiert. Wie Jutta Schlochtermeyer von der Patsy & Michael Hull Foundation betont, musste für das Gelingen klar sein, dass jeder im Musical etwas machen kann und darin auch gut ist. Wie Butler Large alias Wilfried Grammann. „Das Springen beim Tanzen schaffte ich nicht. Dafür gefällt mir das schauspielern“, sagt der 57-Jährige, der alltags für die Werkstatt Sutthausen arbeitet. Die Idee zum Musical hatte Guido Niermann. Der ausgebildete Sänger, Tänzer und Schauspieler arbeitete bereits bei den zwei vorherigen integrativen Aufführungen mit. Er hat die 24 Musicalhits ausgesucht sowie die Choreografien entwickelt und sorgt mit Patsy Krogull-Hull für die Harmonie der Bewegungen des Ensembles. „Wir haben noch viel zu tun, aber im September wird das stehen, und es wird bombastisch“, sagt der 26-Jährige.

„Behinderte zu ungeahnten Leistungen motiviert“ 

Artikel im Kirchenboten am 28.06.2009

Mit dem „Dritten“ besser fernsehen – die Addams-Family witzelt.

„Es ist erstaunlich: Die Menschen mit einer Beeinträchtigung orientieren sich an den Leistungsstarken und motivieren sich zu Steigerungen, die wir nicht für möglich hielten“, berichtet Förderlehrerin Anna-Maria Stephanidis von der Paul-Moor-Schule Bersenbrück. Gerade erklingen die ersten Takte von Ravels „Bolero“, Rollifahrer und „Fußgänger“ tanzen bereits über das Parkett. Während sich die „Fußgänger“ im Walzerschritt bewegen, bilden die Rollifahrer eigene Figuren. Die Harmonie beruht auf der Gleichberechtigung aller. Auch Lehrerin Stephanidis wird sich gleich mit ihrer geistig behinderten Schülerin Isabelle unter die Tanzenden mischen. „Ganz stolz schauen“, raunt sie Isabelle noch zu, die selbstbewusst den Kopf etwas anhebt und mit ihrer Lehrerin auf die Tanzfläche entschwindet.

Artikel im Kirchenboten am 28.06.2009

Fabian Hoffmeister (11) übt die Walzerchoreografie beim „Bolero“.

Aufführungen:

  • Osnabrück: Freitag, 4. September,
    um 20 Uhr, OsnabrückHalle

  • Lübbecke: Freitag, 18. September,
    um 20 Uhr, Stadthalle.

Eintritt:
Erwachsene 15 Euro, Jugendliche 10 Euro. Zusätzlich jeweils um 10 Uhr Schulveranstaltungen, Eintritt: 5 Euro.

Tickets:
Tanzsschule Hull, Telefon: 05 41/33 15 00.

 

  Zur Sache


Das dritte integrative Musicalprojekt

2008 wurde die „Patsy & Michael Hull Foundation“ gegründet. Der Verein bringt nun das dritte Musicalprojekt mit behinderten und nichtbehinderten Aktiven auf die Bühne. „Ich habe von Kind an immer etwas für Menschen mit Handicap tun wollen“, erklärt Patsy Krogull-Hull. Bruder Michael: „Wir haben viel durch das Tanzen bekommen und wollen das weitergeben.“ Möglich machen das Musicalprojekt Sponsoren und ein Zuschuss von „Aktion Mensch“. Die Einnahmen gehen zum Teil an Hospize in Lübbecke und Osnabrück.
www.pm-foundation.de

 

Das "Westfalenblatt" schrieb am 15.06.2009:

 
Auf der Bühne sind alle Darsteller gleich

Von Janina Schütz

Lübbecke (WB). Musik verbindet, das spürt man im Saal der Tanzschule Hull am Samstag deutlich. Als der Song »Angel« von Robbie Williams ertönt, singen fast 100 Menschen mit. Manche leise, andere laut - jeder so, wie es ihm gefällt. Das Besondere daran: unter ihnen sind sowohl Menschen mit geistigen als auch körperlichen Behinderungen, aus Deutschland oder anderen Staaten. Und sie alle fiebern dem 4. September entgegen. Dann nämlich wird das integrative Musical »On the telly« in der Osnabrückhalle seine Premiere feiern. An der großen Show wirken insgesamt 110 Menschen zwischen vier und 55 Jahren mit.

 
Guido Niermann "Brücken des Friedens"
 

Chorepgraph Guido Niermann (vorne) übt mit den Darstellern des integrativen Musicals »On the telly« eine Tanzpassage. Zu der bekannten Musik des Pink Panthers sollen bei der Aufführung alle Mitwirkenden gemeinsam auf der Bühne stehen.

Foto: Janina Schütz

Sie kommen aus Spanien, Portugal, Albanien, England, Polen und Deutschland und sind teilweise körperlich oder geistig behindert. Doch das spielt keine Rolle. Denn wenn es ans Proben geht, tanzen und singen sie gemeinsam. »Anfangs war es für die Teilnehmer schwierig, aufeinander zuzugehen«, erklärt Jutta Schlochtermeyer.

Als die Proben für das integrative Musical im Oktober starteten, mussten erst einige Hürden überwunden werden. »Aber inzwischen ist die Gruppe zu einer Gemeinschaft zusammengewachsen, in der sich alle gegenseitig unterstützen und akzeptieren. Das ist wirklich klasse«, freut sich die Osnabrückerin, die für die Organisation der Behindertenwerkstätten bei dem Projekt zuständig ist.

»Ist es wirklich schon so spät? Wer hat an der Uhr gedreht?«, singen die Akteure zum Beispiel gemeinsam mit Guido Niermann und Projektleiterin Patsy Hull und tippen dabei mit der einen Hand demonstrativ auf ihr Handgelenk.

Bei den Tanzeinlagen gibt es für die Rollstuhlfahrer unter den Akteuren spezielle Schritte, denn mitmachen kann bei dem Musical jeder. »Das ist erst unsere zweite Probe mit allen Teilnehmern zusammen. Die Organisation ist sehr aufwändig«, sagt Jutta Schlochtermeyer. Doch wer bei den Proben dabei, war weiß: Es lohnt sich.

»Wir werden insgesamt 24 Lieder aus verschiedenen Shows präsentieren«, erklärt Choreograph Guido Niermann. So sollen die Zuschauer unter anderem Melodien aus dem Highschool Musical, Copacabana, Rocky Horror Picture Show, von der Biene Maja und dem Pink Panther wieder erkennen. Der gemeinnützige Verein »Patsy und Michael Hull Foundation« bringt bereits zum dritten Mal ein integratives Musical auf die Bühne. Die Akteure kommen nicht nur aus Minden-Lübbecke, sondern auch aus dem Kreis Osnabrück.

»On the telly« wird am 4. September in der Osnabrückhalle und am 18. September in der Lübbecker Stadthalle - jeweils mit einer Schulvorstellung um 10 Uhr und einer weiteren um 20 Uhr - aufgeführt. Karten sind ab sofort im Vorverkauf im Büro der Tanzschule Hull in der Bäckerstraße erhältlich. Es hat sonntags bis freitags von 16 bis 23 Uhr geöffnet. Der Erlös aus den Vorstellungen kommt unter anderem dem Lübbecker Hospiz »Veritas« zu Gute.

Direktlink zum Artikel auf www.westfalen-blatt.de hier!

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 06.06.2009:

"Kunstwerke zwischen Schuhkartons"

Ausstellung zum Thema "Brücken des Friedens" eröffnet
 

Patsy & Michael Hull Foundation probt integratives Musical
 

Tanzen für die Kunst: Rhythmisch startete die Ausstellung mit Schülerwerken im Schuhhaus Reno.

Foto: Jörn Martens

tw OSNABRÜCK. Nicht um Tanzschuhe, sondern um die Ausstellung "Brücken des Friedens" ging es gestern im Schuhhaus Reno: Osnabrücks berühmteste Tänzer Patsy und Michael Hull machten in der Filiale an der Großen Straße Werbung für die Kunst. Im größten Schuhgeschäft Norddeutschlands sind unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Christian Wulff bis zum 19. Juni Fotos und Gedichte zum Ausstellungsthema zu sehen. Behinderte und nicht behinderte Jugendliche aus 24 Schulen in Osnabrück und Lübbecke haben die Werke angefertigt. In beiden Städten betreiben die Hulls Tanzschulen.

Gestern wurde die Ausstellung mit vielen Showeinlagen eröffnet. Eine Jury, die aus Christiane Wulff, Patsy Hull, dem FDP-Bundestagsabgeordneten Carl-Ludwig Thiele und Neue-OZ Chefredakteur Ewald Gerding besteht, wird die Beiträge bewerten und am 19. Juni auszeichnen. Dazu wird ein Zuschauervotum, das zusätzlich mit einem Preisgeld prämiert wird, über die Gewinner entscheiden.

Initiiert wurde das Projekt von der Patsy-&-Michael-Hull-Foundation, die schon in den Jahren 2005 und 2007 integrative Projekte auf die Beine gestellt hat. Die Idee für die Ausstellung "Brücken des Friedens" hatte Patsy Hull übrigens beim Friseur. "Da habe ich Zeit", sagte sie und lachte.

Bilder von der Eröffnungsveranstaltung hier!

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 15.05.2009:

"Sich gegenseitig helfen - auch das ist Frieden"

Anne-Frank-Schüler beteiligen sich am Projekt der Hull-Foundation
 

Patsy & Michael Hull Foundation probt integratives Musical
 

Das Miteinander in der Klasse ist durch die Teilnahme am Projekt besser geworden. Darüber freut sich auch Lehrerin Andrea Borrmann (links, hier beim Fototermin mit Steckenpferden vor dem Rathaus).

Foto: Jörn Martens

klu OSNABRÜCK. Mathias aus der fünften Klasse der Anne-Frank-Förderschule blickt traurig auf die Stufen der Rathaustreppe, die er mit seinem Rollstuhl nicht überwinden kann. Einige Mitschüler schauen von oben hämisch auf ihn herab - doch zwei Klassenkameraden legen mitfühlend die Arme um Mathias. Die Szene ist gestellt, die Schüler wollen sie eventuell als Fotomotiv beim Projekt"Brücken des Friedens" verwenden.

"Wir wollen zeigen, dass man Rollstuhlfahrern helfen soll", erklärt Jannik. Doch die Szene ist nur eine von vielen, die sich er und seine neun Klassenkameraden ausgedacht haben - gerade reichen sich zwei Mitschülerinnen im Friedenssaal die Hände für einen weiteren Schnappschuss. Ein Gedicht oder ein lyrischer Text, dazu ein passendes Foto - das ist die Aufgabe, der sich 24 Schulen in Osnabrück und Lübbecke im Rahmen des Projektes "Brücken des Friedens" stellen. Ins Leben gerufen hat die Aktion die Patsy & Michael Hull Foundation. "Wir wollen damit erreichen, dass Jugendliche lernen, miteinander umzugehen und damit auch ihr offenes Denken ohne Grenzen fördern", erklärt Patsy Hull die Idee des Projekts. Wie die Schüler das Motto "Brücken des Friedens" in Text und Bild interpretieren, ist ihnen völlig freigestellt. Die fertigen Arbeiten der Schüler sollen ab dem 5. Juni in einer Ausstellung in der Reno-Filiale an der Großen Straße 53 gezeigt werden.

Andrea Borrmann, die Klassenlehrerin der Fünftklässler aus der Anne-Frank Schule, ist von der Aktion begeistert: "Das ist eine ganz neue Klasse, da war das Projekt genau das Richtige", freut sich die Lehrerin. Die Schüler seien mit großem Engagement bei der Sache. "Es ist faszinierend, sie haben ganz vielfältige Ideen entwickelt." Neben den Fotos haben die Schüler auch schon eine ganze Sammlung von selbst verfassten Gedichten, vorwiegend in alternativen Gedichtformen. Welches Foto und welchen Text sie beim Wettbewerb präsentieren wollen, "wissen wir noch nicht", sagt Jannik, erst mal sehen, welche Fotos gut werden. Aber bis Juni ist ja auch noch ein bisschen Zeit.

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 04.03.2009:

"Musik und Tanz verbinden"

Patsy & Michael Hull Foundation probt integratives Musical
 

Patsy & Michael Hull Foundation probt integratives Musical
 

Behinderte und Nichtbehinderte tanzen zusammen bei den Proben für das integrative Musical "On the Telly" der Patsy & Michael Hull Foundation. Die Proben haben jetzt begonnen.

Foto: Elvira Parton

[weitere Bilder...]

chh OSNABRÜCK. Die Proben für das integrative Musical "On the Telly" der Patsy & Michael Hull Foundation gehen in die heiße Phase. Integrativ bedeutet, dass neben "gesunden" Jugendlichen auch geistig und körperlich Behinderte ihren Part im Theaterstück bekommen.

Geübt wird seit Oktober jeden zweiten Samstag in den Räumlichkeiten der Tanzschule Hull. "On the Telly" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Initiative "Kreislauf des Lebens" der Patsy & Michael Hull Foundation, der Heilpädagogischen Hilfen Osnabrück und Bersenbrück und der Lebenshilfe Lübbecke. Durch die Initiative, die die Hospizarbeit in der Region unterstützen will, sind bereits 2005 und 2007 Musicals aufgeführt worden. Ministerpräsident Christian Wulff hat die Schirmherrschaft übernommen.

Etwa 100 Kinder und Jugendliche zwischen vier und 20 Jahren werden am 4. September ihr schauspielerisches Talent in der Osnabrückhalle unter Beweis stellen. Im Besonderen sind zur musikalischen Revue Senioren und Seniorinnen Osnabrücker Altenheime und die Gewinnerklassen des zu dieser Idee ausgeschriebenen Gedichtwettbewerbs "Brücken des Friedens" eingeladen. Allgemeinbildende Schulen in Region, Landkreis und Stadt Osnabrück entwerfen dazu thematisch passend lyrische Werke, die ab Juni im Gebäude des Schuhausstatters Reno aushängen werden.

Damit das Tanztheater optimal "über die Bühne" läuft, gewann das gemischte Ensemble gleich drei Lehrer. Jutta Schlochtermeyer, zuständig für Behindertensport bei der Heilpädagogischen Hilfe und im Stadtsportbund Osnabrück, kümmert sich um die Koordination zwischen den "gesunden" und gehandicapten Darstellern. Tanzlehrerin Patsy Hull-}{rogull entwickelt die Choreografie, und Schauspieler Guido Niermann entwarf das Drehbuch. "Es geht um eine Familie, die sich durch das abendliche Fernsehprogramm zappt. Wir inszenieren vor allem lustige Szenen bekannter TV-Programme", freut sich Niermann auf das Stück.

Die Tänzer werden dazu im Rahmen eines nachgebauten, überdimensionalen Fernsehgerätes auf der  Bühne agieren. Schlochtermeyer sieht in dem Projekt eine große Chance für gegenseitige Akzeptanz: "Ob jung oder alt, behindert oder nicht behindert, mit oder ohne Migrationshintergrund - Musik und Tanz verbinden uns alle."

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 12.01.2009:

"Tanzen für eine bessere Gesundheit"

Projekt "Steps in2 future" startet an der Wallenhorster Katharinaschule
 

Integration im "Alten Stahlwerk"  Melle
 
Da steigen auch die sonst zurückhaltenden Jungen ein: Tanzlehrerin Tanja Claus zeigt den Dritt- und Viertklässlern der Wallenhorster Katharinaschule dieersten Tanzschritte im Projekt "Steps in2 future“.
Foto:Klaus Lindemann

hmd. WALLENHORST. HipHop- und Breakdance-Rhythmen: Nicht alltägliche Klänge erschallen am Montag in der Wallenhorster Katharinaschule. In der Aula und zwei weiteren Räumen lernen 118 Dritt- und Viertklässler die passenden Tanzschritte. Dies ist nur ein Bestandteil des Projekts "Steps in2 future". Tanzlehrerin Steffi Kupresanin von der Tanzschule Hull ist bereits eine alte Bekannte in der Grundschule. In dem sich nun zu Ende neigenden Halbjahr hat sie für die Patsy & Michael-Hull Foundation einen Hip-Hop-Workshop für 25 Schüler geleitet. Nun hat sie Verstärkung durch Tanja Claus und Cihan Cöers, die den Schülern erste Bewegungen in den Bereichen Breakdance und Jump Style, Hip-Hop sowie Videoclip Dancing zeigen. Denn für das kommende Halbjahr soll die Arbeitsgemeinschaft auf zwei Wochentage ausgeweitet werden. Bislang haben sich nämlich die Jungen vornehm zurückgehalten, berichtet Schulleiter Hartmut Dobrowolski, der den Kontakt zur Tanzschule aufgenommen hatte. An diesem Vormittag sind die Jungen aber genauso begeistert, wenn Tanja Claus eine Figur aus Schrittfolge, Drehung, Grätsche und Stehen anleitet. Das Angebot richtet sich an allgemeinbildende Schulen und wird durch das Projekt "Schule und Verein" des Landessportbundes Niedersachsen getragen, berichtet Jutta Schlochtermeyer, zweite Vorsitzende der vor einem Jahr gegründeten Foundation. Der Tanzvormittag ist aber auch Startschuss für ein umfassenderes Pilotprojekt, an dem neben der Foundation auch die Tanzschule selbst, die RWE AG und der Landkreis Osnabrück beteiligt sind. In drei Bereichen wollen die Partner von "Steps in2 future" tätig werden: Bewegung, Energie und Ernährung. Klar: Die Tanzlehrer sorgen für Bewegung. Der Gedanke lautet, dass Kinder so schon früh die notwendigen Koordinationsfähigkeiten erlernen, unterstreicht Michael Hull. Mitarbeiter der RWE werden zum Thema Energie, also Umwelt und schonende Nutzung der Ressourcen, in den Unterricht kommen, während der Landkreis den Schülern den Bereich gesunde Ernährung näherbringen wird. Viel bewegen, gesund ernähren und dann auch noch richtig miteinander umgehen, was auch eine Rolle im Projekt spielt. All das bedeutet zusammengenommen: "Mehr gute Vorsätze für 2009 kann man nicht haben", sagt Bürgermeister Ulrich Belde.

Das Projekt "Steps in2 future" kann angefragt werden bei der Tanzschule Hull im Internet unter www.hull.de.
Bei Interesse an dem Projekt "Schule und Verein" des Landessportbundes ist die Patsy & Michael-Hull-Foundation Ansprechpartner. Kontakt über Internet:
www.pm-foundation.de.
Hier geht es zum Bericht von der Aktion auf der Homepage der Katharinaschule Wallenhorst!

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" schrieb am 10.10.2008:

"Paul-Moor-Schule: Weltmeisterin trainiert Behinderte"
Integration im "Alten Stahlwerk"  Melle
 

Foto:
Hermann Pentermann

Sichtlich Spaß haben Schüler der Paul-Moor-Schule Bersenbrück beim Training mit
Patsy Hull-Krogull. Die frühere Weltmeisterin sichtet und trainiert jeweils samstags in ihrer Tanzschule die Talente für das geplante Musical "On the telly", das im September 2009 gemeinsam von Menschen mit und ohne Behinderungen in der Osnabrückhalle aufgeführt wird. Die prominente Vortänzerin unterstützt damit wesentlich die Arbeit in der Tanz-AG der Moor-Schule, die Anna-Maria Stephanidis und Henny Piwowar als Lehrkräfte leiten.
Jutta Schlochtermeyer vom Behinderten Sportverband koordiniert und begleitet die Trainingstermine der Behinderten aus der Heilpädagogischen Hilfe Osnabrück sowie der Moor Schule, die zur Heilpädagogischen Hilfe Bersenbrück zählt. Schulleiter Dr. Axel Kreutzer lobte die Idealisten für ein "weiteres tolles Beispiel für gelebte Integration" und bedankte sich mit einem Blumenstrauß.

Das "Meller Kreisblatt" schrieb am 04.10.2008:

"Das war echt eine gute Idee von uns"

Neuer Workshop Breakdance und Hip-Hop im Alten Stahlwerk

 

Integration im "Alten Stahlwerk"  Melle
 
In die Welt des Hip-Hops entführte Tänzer Adnan Braha rund 50 Teenager.
Foto: Frederike Haar

fhaa MELLE. Mit einer mitreißenden Kostprobe aus dem Programm des ab 14. Oktober laufenden Hip-Hop- und Breakdance-Projektes im Alten Stahlwerk haben Weltmeister Waldemal' Müller, Hobbytänzer Adnan Braha aus Bielefeld und der mehrfache Tanzweltmeister Michael Hull aus Osnabrück rund 50 Kinder und Jugendliche in Tanzlaune versetzt.
Dass das Tanzprojekt schon in den ersten Zügen unter einem guten Stern steht, verriet der
große Ansturm neugieriger und begeistelter Teenager, die die Zielgruppe Nummer eins bilden. Jens Broxtermann vom Alten Stahlwerk: "Die Sache läuft sehr gut an."

Zunächst lud Adnan Braha als Spazialist für Hip-Hop-Styles wie New Style, Freestyle oder Electric Boogie die Workshop-Teilnehmer zu einem Ausflug in die bunte Welt des Hip-Hop ein. Wie beim Schwimmeijlernen gab es erst mal ein paar Trockenübungen zum War'mwerden, bevor die Kids in den Rhythmus der Hip-Hop- und Soulmusik eintauchten. Adnan Braha führte den JugendlIchen zunächst die einzelnen Schritte und Bewegungen vor, bis sich die ganze Gruppe synchron in derselben Schrittfolge durch den Raum bewegte. "Seid ihr auch alle noch da?" erkundigte er sich immer wieder, nach dem er laut bis acht gezählt hatte, denn eine Nummerierung der einzelnen Schritte erleichterte die Sache. "Ja!" rief die muntere Gruppe jedes Mal tapfer und in schallender Lautstärke zurück: "Hier geht es auf jeden Fall anders zu als in meiner Tanzgruppe, da läuft's irgendwie ruhiger", kommentierte Teilnehmerin Anna Böhmann, der der Workshop sehr gut gefallen,hat. Auch Laura Jung und Emilia Beck, beide 15 Jahre alt, haben ihren Spaß an der Sache gefunden: "Wir wollten hier nur mal reinschnuppern, das war eine gute Idee von uns."

In einem zweiten Workshop gab der amtierende Weltmeister im Hip-Hop-Dance und Break-dance Waldemar Müller einen Vorgeschmack auf die roboterhaften Bewegungsabläufe. Dabei war volle Konzentration gefordert, denn das Einstudieren der technisch anspruchsvollen Kombinationen, Styles genannt, war nicht ohne. Einige Übungen, der in der New Yorker South Bronx entstandenen urbanen Tanzkultur beinhalteten auch jene Drehungen, die die Breakdancer "Powermoves" nennen und die eine exzellente Körperkoordination und guten Gleichgewichtssinn erfordern. Doch die Jugendlichen zeigten Durchhaltevermögen und wachsende Begeisterung, geduldig begleitet durch Profi Waldemar. Da eine Gruppe tanzbegeisterter muslimischer Jugendlicher aufgrund des Ramadan-Festes nicht an dem ersten Schnupper-Termin teilnehmen konnte, bietet das Team am 7. Oktober ab 18 Uhr einen weiteren kostenfreien Workshop im Alten Stahlwerk an. In Zusammenarbeit mit der Osnabrücker Tanzschule Hull, der Patsy & Michael Hull Foundation und dem Förderverein des Jugendzentrums starten dann ab dem 14. Oktober fortlaufende Tanzkurse ein. Die Teilnehmergebühr beträgt 20 Euro.

Das "Meller Kreisblatt" schrieb am 27.09.2008:

Hip-Hop und Breakdance

Kurs startet im Alten Stahlwerk: Weltmeister kommt

 

Integration im "Alten Stahlwerk"  Melle
 
Hier breakt Tanzweltmeister Michael Hull. Jutta Schlochtermeier, Stefan Junkermann: Olaf Jörding und Jens Broxtermann
schauen zu.
Foto: privat

MELLE. In Zusammenarbeit mit der renommierten Tanzschule Hull aus Osnabrück, der Patsy & Michael Hull Foundation und dem Förderverein des Alten Stahlwerks organisiert das Jugendzentrum ab Oktober ein fortlaufendes Tanzprojekt im Bereich Hip-Hop und Breakdance. Ab Dienstag, 7. Oktober, haben Kinder und Jugendliche dienstags von 18 bis 20 Uhr die Möglichkeit, sich unter professioneller Anleitung von Tanzlehrern der Tanzschule Hull im Hip-Hop und Breakdance ausbilden zu lassen. Als Startschuss und um Interesse für das Tanzprojekt zu wecken, wird am kommenden Dienstag, 30. September, der amtierendeWeltmeister im Hip-Hop und Breakdance, Waldemar Müller, ins Stahlwerk kommen, um für alle Interessierten einen kostenlosen Schnupper-Workshop durchzuführen. Im Anschluss haben die· Teilnehmer dann die Gelegenheit, sich für die fortlaufenden Kurse anzumelden. Die Gebühren für diese Kurse belaufen sich auf 20 Euro. Für Kinder und Jugendliche, die sich aufgrund sozialer, persönlicher oder finanzieller Verhältnisse die Teilnahme an den Tanzkursen nicht ermöglichen können, besteht die Möglichkeit einer Förderung durch die Hull Foundation und den Förderverein Jugend- und Kulturzentrum Altes Stahlwerk. Informationen zum Tanzprojekt im Jugendzentrum unter Tel. 05422/92 8786 und bei der Tanzschule Hull, Tel. 0541/33 150-0.


Neue Osnabrücker Zeitung schrieb am 08.08.2008:

Mit Tanzen und Singen Grenzen überwinden

Patsy & Michael Hull Foundation aktiv für die Integration

 
S. OSNABRüCK. 120 junge Menschen auf der Bühne in einem Musical - nach der begeistert gefeierten Aufführung "Die phantastische Reise" im vergangenen Jahr soll es im September 2009 eine Neuauflage geben.
 
Hospiz Aid Event 2007
 

Das Musical ist Teil eines Projektes, das von der neu gegründeten Patsy & Michael Hull Foundation ins Leben gerufen wurde. Der gemeinnützige Verein um die beiden ehemaligen Tanzweltmeister und Jutta Schlochtermeyer von der Fachschule für Heilerziehungspflege hat sich auf die Fahnen geschrieben, benachteiligten jungen Menschen den Tanzsport näherzubringen und sie zu fördern.

Das 120-köpfige Ensemble aus Osnabrück und Lübbecke erfüllt bereits die Voraussetzungen:
Einige der Mitwirkenden haben - wie Patsy und Michael Hull- ausländische Wurzeln, andere Darsteller haben eine Behinderung. Nachdem bei der "Phantastischen Reise" Jugendliche mit Sinnes- und Körperbehinderungen teilgenommen haben, werden im neuen Musical "On the Telly" auch Menschen mit einer geistigen Behinderung mittanzen und -singen. Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück und Bersenbrück unterstützen die Arbeit. "On the Telly" (Im Fernsehen) ist nur ein Teil eines Projektes mit dem Titel "Kreislauf des Lebens", für das der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff die Schirmherrschaft übernommen hat. Mit Beginn des neuen Schuljahres werden in der Region Osnabrück Schülerinnen und Schüler ab der achten Klasse eingeladen, zum Thema "Brücken des Friedens" Schwarz-Weiß-Fotos und kurze Gedichte zu erstellen. Die Fotos und Gedichte sollen Ergebnisse einer Klasse sein.
Die zehn besten Arbeiten der Schule werden öffentlich ausgestellt. Anschließend wird eine Jury die Einsendungen auswerten. Die ersten drei Plätze werden mit einem Preisgeld belohnt. Die Fotos und Gedichte werden im September auch in der OsnabrückHalle und in der Stadthalle Lübbecke ausgestellt, wenn dort das Musical aufgeführt wird. Ein Teil des Erlöses geht wie schon bei anderen Projekten von Patsy Hull an die Hospize beider Städte. Der andere Teil geht an den Verein. Ziel ist es unter anderem, junge Menschen mit Migrationshintergrund und mit Behinderung zu fördern. So soll zum Beispiel in Osnabrück der Rollstuhltanz etabliert werden. Die Foundation arbeitet dabei auch mit dem Landessportbund und dem Stadtsportbund zusammen.

Informationen unter 0541 / 33 1500


Neue Osnabrücker Zeitung schrieb am 01.08.2008:

Twist mit Ex-Weltmeister

NOZ 01.08.2008

Michael Hull Ehrengast bei Abschlussfeier der Heilerzieher

S. OSNABRÜCK. Soziales Engagement kann anstecken. Vor allem dann, wenn es außergewöhnliche Vorbilder gibt. Michael Hull und John McGurk wurden für angehende Heilerziehungspfleger und Heilerziehungshelfer am Berufsbildungswerk (BBW) solche Vorbilder.

 


Zum Thema Vorbild und Ehrenamt hatte BBW-Fachleiterin Jutta Schlochtermeyer die beiden Männer in den Unterricht eingeladen. Der zehnfache Tanzweltmeister Michael Hull und der Initiator zahlreicher Friedensläufe, John McGurk, berichteten dabei von ihrer Motivation, sich in der Freizeit für Menschen mit Behinderung oder in Not zu engagieren. Denn nur mit Unterstützung könnten sie selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen.

Als Zeichen ihres sozialen Engagements nahmen Schülerinnen und Schüler im vergangenen November an Michael Hulls Tanzmarathon für "Kinder in Not" teil. Behinderte Schülerinnen der Paul-Moor-Schule in Bersenbrück tanzten damals ebenso wie Beschäftigte der Werkstatt Sutthausen mit dem Marathon-Mann. Ein weiteres Zusammentreffen gab es fünf Monate später beim Benefizmarathon der Paul-Moor-Schule: Die Heilerziehungspfleger und -helfer sicherten unter der Organisation von Jutta Schlochtermeyer die Strecke und sorgten für Verpflegung. Michael Hull und Axel Kreutzer, Leiter der Paul-Moor-Schule, liefen mit.

Hochmotiviert unterstützten die Schüler kurz vor dem Ende ihrer Ausbildung im Mai den Friedenslauf von John McGurk. Ehrengast bei der Abschlussfeier war Michael Hull, der mit Franziska Klöpper im Rollstuhl einen flotten Twist tanzte.

Der Weltmeister und seine Schwester Patsy wollen sich künftig für die Förderung des Rollstuhltanzes in und um Osnabrück einsetzen. Das ist eines der Ziele des neu gegründeten Vereins Patsy&Michael HuH Foundation, in dem auch BBW-Fachleiterin Jutta Schlochtermeyer mitwirt. Einige der inzwischen fertigen Heilerziehungspfleger und -helfer wollen dabei ebenso mitmischen wie bei einem Musical, das bei Hull unter Beteiligungvon Menschen mit Behinderung einstudiert wird. Soziales Engagement kann eben anstecken.